Fünf KI-Systeme, dieselben Fragen, dieselben Unternehmen, und ein Faktor 3,9 zwischen dem sichtbarsten und dem zurückhaltendsten System. Warum Perplexity für die meisten Unternehmen der wichtigste Kanal ist, warum Claude nur Marken kennt, und was das für die Steuerung bedeutet.
Perplexity ist in unserer Messreihe das KI-System mit der höchsten Nennungsquote: 17,0 Prozent der Antworten nennen das untersuchte Unternehmen, vor ChatGPT (11,3 Prozent), Gemini (9,6), Google AI Overviews (7,2) und Claude (4,4 Prozent). Bei sechs von neun sichtbaren Kundenwebsites ist Perplexity der stärkste Kanal. Bei 14 von 16 Websites nennt Claude das Unternehmen kein einziges Mal.
Schon in unserer Juli-Auswertung von 12.769 KI-Antworten lag zwischen den Systemen Faktor 4,5: Perplexity nannte die untersuchten Unternehmen in 10,3 Prozent der Antworten, Claude in 2,3 Prozent. Die laufende Messreihe seit Juli 2026 zeigt dasselbe Muster mit klarerer Spitze. Basis sind 16 Kundenwebsites mit mindestens zwei Messläufen, je Website der Mittelwert der letzten drei Läufe, je System rund 1.200 Antworten (Stand 25. September 2026):
Zwischen Perplexity und Claude liegt damit Faktor 3,9. Wir haben das schon im Juli so formuliert:
„Wer seine KI-Sichtbarkeit nur in einem System prüft, kennt also bestenfalls ein Fünftel der Wahrheit." (GeoUp, Auswertung von 12.769 KI-Antworten, Juli 2026)
Perplexity beginnt jede Antwort mit einer Live-Websuche und baut sie aus den gefundenen Quellen, die es sichtbar verlinkt. Eine gut auffindbare Website kommt dort direkt in die Antwort. Das zeigt sich bei einzelnen Unternehmen deutlich: Ein Hersteller von Küchengeräten wird bei Perplexity in 47,8 Prozent der Antworten genannt, bei Claude in 6,7 Prozent. Ein Kfz-Dienstleister kommt bei Perplexity auf 46,7 Prozent, bei Claude auf null. Ein Messebau-Unternehmen: 30,0 Prozent gegenüber null.
Claude antwortet in unserer Messung ohne Live-Websuche, also aus dem, was das Modell im Training gelernt hat. Genannt wird dort nur, wer bereits vor dem Training breit im Netz beschrieben war: ein bekannter Automobilzulieferer in 63 Prozent der Antworten, der Küchengeräte-Hersteller in 7 Prozent, alle anderen 14 Websites in null Prozent. Für mittelständische und regionale Anbieter ist dieser Kanal derzeit strukturell verschlossen. Er ist ein Fünftel der Messbasis, trägt für sie nichts bei und drückt jede Gesamtquote.
Google AI Overviews liegt mit 7,2 Prozent im Mittelfeld. ChatGPT und Gemini suchen ebenfalls live, nennen Unternehmen in unserer Messreihe aber deutlich seltener als Perplexity.
Welches KI-System ist für mein Unternehmen am wichtigsten? In unserer Messreihe ist Perplexity bei sechs von neun sichtbaren Kundenwebsites der stärkste Kanal, bei zwei ChatGPT (einmal gleichauf mit Perplexity), bei einer Claude (eine bekannte Marke). Für kleinere und mittlere Anbieter sind die Systeme mit Live-Websuche entscheidend, allen voran Perplexity.
Warum nennt Claude mein Unternehmen nie? Weil Claude in unserer Messung ohne Websuche antwortet und nur kennt, was im Training stand. Bei 14 von 16 Kundenwebsites sind das null Nennungen über Monate. Das ist kein Fehler der Website, sondern eine Eigenschaft dieses Kanals.
Hat sich das Verhältnis der Systeme seit Juli verändert? Im Juli lagen Perplexity, Gemini und ChatGPT nah beieinander (10,3, 10,2 und 10,0 Prozent), jetzt liegt Perplexity klar vorn. Ein Teil davon geht auf unsere Messumstellung im Juli zurück (Live-Abfragen der Nutzeroberflächen statt API-Modelle, 30 statt 27 Fragen), deshalb vergleichen wir die beiden Zeiträume nicht direkt.
Reicht es, nur ChatGPT zu beobachten? Nein. ChatGPT nennt Unternehmen in unserer Messreihe in 11,3 Prozent der Antworten, Perplexity in 17,0 Prozent. Wer nur ein System prüft, sieht nur einen Ausschnitt und verpasst den Kanal, der die Sichtbarkeit am stärksten trägt. Stand: September 2026.
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